Medieninformation vom 31. August 2018

IHK-Ausbildungsbilanz 2018: 2.488 neue Ausbildungsplätze besetzt – IHK-Präsidentin Birgit Hakenjos-Boyd: Königsweg zur Fachkräftesicherung bleibt betriebliche Ausbildung

Die Unternehmen in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg setzten weiterhin stark auf die berufliche Ausbildung. Zum Start des neuen Ausbildungsjahres kann die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg eine noch bessere Lehrstellenbilanz ziehen als im letzten, bereits sehr guten Jahr. Die IHK hat zum 1. September 2.488 neue Ausbildungsverträge eingetragen, was gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 2,1 Prozent entspricht.
Erkennbar ist auch, dass die Anzahl der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse von Flüchtlingen gestiegen ist. Waren es im letzten Jahr noch 29 Ausbildungsverhältnisse, so registriert die IHK in diesem Jahr bereits 54 neue Ausbildungsverhältnisse. Hier machen sich vor allem die sprachlichen Fortschritte bemerkbar, denn unter einem Sprachniveau von B2 ist eine Ausbildung nicht möglich. Insgesamt absolvieren derzeit 90 Flüchtlinge eine duale Ausbildung in einem IHK-Beruf.
„Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen ist unverändert herausragend und Schwarzwald-Baar-Heuberg bleibt eine Ausbildungsregion. Der Mangel an Bewerbern stellt viele Unternehmen allerdings vor erhebliche Probleme“, sagt Birgit Hakenjos-Boyd, Präsidentin der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg. Halte der Trend an, würde sich damit auch die Fachkräftesituation in den Unternehmen für die Zukunft weiter verschärfen. „Fehlende Auszubildende von heute sind fehlende Fachkräfte von morgen“, so Hakenjos-Boyd.
Ursachen für diese Entwicklung sind nach Angaben der IHK der demografische Wandel, wodurch immer weniger Jugendliche jährlich die Schulen verlassen, sowie der Trend zu höheren Schulabschlüssen und Studium. „Die Zahl der Studienabbrecher in Deutschland liegt durchschnittlich bei über einem Fünftel der Studierenden. Der Königsweg zur Fachkräftesicherung in den Betrieben und die Möglichkeit für die Jugendlichen, beruflich Karriere zu machen, ist und bleibt also die betriebliche Ausbildung. Sie ist ein Wettbewerbsvorteil unserer Wirtschaft und darf nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden“, sagt die IHK-Präsidentin.
Allerdings verschärfe sich der Wettbewerb um die jugendlichen Talente, so Birgit Hakenjos-Boyd. Gerade kleine und mittelständische Betriebe hätten Probleme, ihre freien Ausbildungsstellen zu besetzen. „Viele Unternehmen verstärken deshalb ihre Aktivitäten im Bereich des Ausbildungsmarketings oder geben beispielsweise lernschwächeren Jugendlichen oder Studienabbrechern eine Chance“, so Hakenjos-Boyd.
Für Studienabbrecher, Gymnasiasten und Schüler mit Fachhochschulreife gibt es viele anspruchsvolle Berufe. So setzt sich die IHK beispielsweise dafür ein, dass der Mathematisch-technische Softwareentwickler - ein typischer 4.0 Beruf mit den besten Zukunftsaussichten - in der Region etabliert wird.
Für schwächere Schüler bieten die Ausbildungsbetriebe vor allem zweijährige Ausbildungsberufe an, die dem Lernniveau gerecht werden. „Die fehlenden Kompetenzen der schwächeren Jugendlichen werden heute in den Unternehmen vermittelt. Der Betreuungsaufwand von schwächeren Jugendlichen hat in den letzten Jahren stark zugenommen, aber die Ausbildungsbetriebe stellen sich dieser Herausforderung“, sagt die IHK-Präsidentin.
Die IHK unterstützt die Ausbildungsbetriebe bei ihrer Fachkräftegewinnung mit den unterschiedlichsten Projekten. In diesen können Ausbildungsberufe erlebt und die ersten Kontakte zu den Unternehmen geschaffen werden.
Zu den stärksten Ausbildungsberufen gehören in diesem Jahr die gewerblichen Berufe mit 1.317 abgeschlossenen Ausbildungsverhältnissen. Hier sind es vor allem Berufe der Metalltechnik, die sehr stark nachgefragt sind. Bei den kaufmännischen Berufen konnten 1.170 neue Ausbildungsverträge bei der IHK eingetragen werden. Hier liegen der Handel (399) und der Industriekaufmann (287) sowie die sonstigen Dienstleistungsberufe (220) vorn. Für Berufe aus Hotellerie und Gastronomie entschieden sich 89 junge Frauen und Männer.

Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse jeweils zum 1. September nach Landkreisen

Landkreis 
01.09.2017
01.09.2018
Rottweil    
651707
Tuttlingen    
823802
Schwarzwald-Baar
963979
Summe    
2.4372.488