Medieninformation vom 3. Dezember 2019

KEFF-Innovationsforum in Trossingen

„Die Wettbewerbsvorteile durch Energieeffizienz sind riesig“, so das Resümee von Energie-Professorin Claudia Kemfert. Sie war neben Professor Peter Radgen Hauptrednerin beim 2. KEFF Innovationsforum Energieeffizienz im ehemaligen Kraftwerk der Hohner-Werke in Trossingen.
Trossingen: Der Ort hätte passender nicht sein können. Im Kesselhaus, in unmittelbarer Nähe eines alten Dampfkessels, der früher mit fossiler Energie eine Dampfmaschine antrieb, diskutierten Energieexperten und Unternehmer beim „Innovationsforum Energieeffizienz“ über die Techniken der Energieversorgung und -anwendung von morgen und die Zukunft des Klimas.
Eingeladen hatte die KEFF, die Kompetenzstelle Energieeffizienz Schwarzwald-Baar-Heuberg. Begrüßt wurden die Gäste von Bettina Schuler-Kargoll, Unternehmerin und Vizepräsidentin der IHK
Schwarzwald-Baar-Heuberg. Die IHK ist Träger der KEFF-Kompetenzstelle.
„Der Countdown für die Begrenzung der globalen Temperaturerhöhung läuft. Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien oder der Substitution von fossilen Energieträgern bildet die Energieeffizienz das größte Potenzial, um Treibhausgasemissionen zu reduzieren“, sagte sie. Viele der heimischen Betriebe würden sich schon lange mit diesem Thema beschäftigen. Die regionale KEFF habe in den vergangenen Jahren rund 200 Betriebe unterstützt und begleitet. Und immer wieder seien Projekte dabei, die Standards setzten und Beispiele für andere Unternehmen böten. „Unsere Unternehmen zeigen heute schon, dass sie die Energiewende mitgestalten und anpacken wollen“, so Schuler-Kargoll und forderte stabile Rahmenbedingungen von der Politik.
Ministerialdirektor Helmfried Meinel vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg sprach sich für Zwischenschritte bei der Umsetzung der Klimaziele aus. „Wir stoßen in unserem Bundesland an Grenzen, da wesentliche Entscheidungen in Berlin und Brüssel getroffen werden. Der Gebäudebereich jedoch ist ein wesentlicher Faktor für das Gelingen der Energiewende, da müssen wir dringend rangehen.“ Schließlich falle gut ein Drittel des Energieverbrauchs auf diesen Bereich. „Die Arbeit der KEFF ist erfolgreich und aus unserer Sicht das Schlüsselprojekt, über das sich die Unternehmen sich mit dem Thema Energieeffizienz und Energieeinsparung auseinandersetzen“, machte Meinel deutlich.
Innovation statt Depression forderte Professorin Claudia Kemfert, Energieökonomin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) aus Berlin in ihrem spannenden Vortrag. Sie gehört zu den zehn einflussreichsten Ökonomen in Deutschland. Um den Klimawandel einzudämmen, müssten die modernen Volkswirtschaften es schaffen, die Klimagase drastisch zu vermindern und zudem fossile Energien durch alternative Energien ersetzen. „Erneuerbare Energien ausbauen plus Energieeffizienz, das ist genau der Schlüssel zum Erreichen der Klimaziele“, machte sie deutlich.
Professor Peter Radgen vom Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung an der Universität Stuttgart sprach über „Energieeffizienz – Dekarbonisierung auch bei Dunkelflaute“. Energieeffizienz sei eine große Herausforderung, da man es zum einen mit einer großen Anzahl verschiedener Prozesse und Querschnittstechnologien habe. Zum anderen wirke eine große Anzahl an Stakeholdern mit, von Unternehmen bis zu Umweltgruppen. „Man hat es auch mit einer großen Unsicherheit tun, wann denn der richtige Moment zum Handeln gekommen ist.“

Bei der Podiumsdiskussion gesellte sich noch Dr. Alexander Winker von der VHW Metallpresswerk hinzu, wo in der Vergangenheit viel investiert wurde. Dennoch haben die Maßnahmen aufgrund von falschen Regulierungsanreizen nicht unbedingt zur Kostenreduktion beigetragen. „Wir machen das trotzdem, aus Überzeugung und für die nächsten Generationen“, so der Geschäftsführer des Spaichinger Familienunternehmens.Bei der Podiumsdiskussion gesellte sich noch Dr. Alexander Winker von der VHW Metallpresswerk hinzu, wo in der Vergangenheit viel investiert wurde. Dennoch haben die Maßnahmen aufgrund von falschen Regulierungsanreizen nicht unbedingt zur Kostenreduktion beigetragen. „Wir machen das trotzdem, aus Überzeugung und für die nächsten Generationen“, so der Geschäftsführer des Spaichinger Familienunternehmens.