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09.01.2018: Unternehmertum mehr wertschätzen: IHK-Unternehmensbarometer fordert mehr Fokus für unternehmerische Belange in 2018

Von: Philipp Hilsenbek

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Unternehmer wollen wieder mehr unternehmen dürfen. Dieses Fazit zieht die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg aus dem jüngsten IHK-Unternehmensbarometer, welches ein bundesweites Stimmungsbild der Betriebe aus Industrie, Handel, Verkehr, Tourismus und Dienstleistung abbildet. Neun von zehn Betrieben berichten demnach, dass sich die Akzeptanz für ihre gewerbliche Tätigkeit vor Ort in den vergangenen vier Jahren verschlechtert hat. Spürbar sei dies beispielhaft in mehr Papierarbeit, wachsenden Auflagen, Teuerung und einer sinkenden Akzeptanz der unternehmerischen Belange in der Gesellschaft.

„Die gute Wirtschaftslage muss immer wieder hart erkämpft werden – von den Unternehmen wie auch von den Belegschaften“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez. „Wir eilen von Rekord zu Rekord. Dass Unternehmen genügend Arbeits- und Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen und als Steuerzahler vor Ort die Gemeinschaft maßgeblich mitttragen, wird mittlerweile als viel zu selbstverständlich angesehen“, so Albiez.

Investitionen und Geschäftsentwicklungen würden häufiger als früher negativ bewertet, Standortinvestitionen und Infrastrukturvorhaben vermehrt als Eingriff in Natur und Landschaft verstanden werden. Parallel stiegen die Erwartungshaltung an die Steuerleistung und Wirtschaftskraft der Betriebe. Thomas Albiez: „Unsere Unternehmerinnen und Unternehmen erwirtschaften mit ihren Mitarbeitern jeden Tag den Verteilungsspielraum, welchen es für das gemeinsame Miteinander in unserem Land benötigt." Diese „Macher" gelte es zu schätzen und in der Gesamtabwägung von ökologischen, ökonomischen und sozialen Belangen vor Ort zu stärken.

Konkrete Ansatzpunkte sehen die befragten Unternehmen beispielhaft im Bereich der Aufzeichnungs- und Dokumentationspflichten im Finanz-, Steuer- und Dienstleistungsgewerbe, bei der anhaltenden Teuerung der Stromzusatzkosten, beim Zustand der Straßen und Verkehrswege sowie der Verfügbarkeit und Erschließung geeigneter Flächen. „Auf kommunaler Verwaltungsebene spüren wir hier wenig Handlungsbedarf", sagt Thomas Albiez. „Was uns beschäftigt, ist der schleichende Zuwachs an immer neuen Belastungen und Erwartungen im Kleinen, was irgendwann die Lust am ‚einfach machen‘ reduziert.“ Deshalb brauche es spätestens mit dem neuen Jahr einen klaren Fokus und ein klares „Ernst-nehmen" unternehmerischer Belange.

Hintergrund:
Basis für das IHK Unternehmensbarometer ist eine bundesweite Online-Umfrage der IHK-Organisationen. Insgesamt gaben über 1.800 Unternehmerinnen und Unternehmen eine Rückmeldung auf die Frage, welche Themen die Politik in den kommenden vier Jahren besonders fokussieren solle. Die befragten Unternehmerinnen und Unternehmer sind insbesondere Mitglied einer der 79 Vollversammlungen oder Teil eines IHK-Ausschusses.