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04.08.2017: Projekt ProBerufGym von IHK und vier Gymnasien: Sicherheit bei der Berufswahl

Von: Martina Furtwängler

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Je besser die Berufswahl vorbereitet ist, je geringer lässt sich das Risiko für Fehlentscheidungen und Enttäuschungen halten. Mit einem innovativen Projekt, das praktische Erfahrungen mit einem wissenschaftlichen Profiling verbindet, bietet die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg jetzt in Zusammenarbeit mit vier Gymnasien in der Region eine ganz neue Qualität in der Berufsorientierung.

Welcher Beruf ist der richtige für mich? Oder doch ein Studium? Diese Frage bewegt Gymnasiasten seit Generationen. Die IHK gibt ab sofort hochmoderne Hilfestellung: Das Fürstenberg-Gymnasium in Donaueschingen, das Leibniz-Gymnasium in Rottweil, das Gymnasium in Spaichingen und das Gymnasium Schramberg heißen die Teilnehmer in der ersten Phase des ProBerufGym getauften Projekts. ProBerufGym steht dabei für Berufserprobung für Gymnasien. Ein Ziel lautet, Gymnasiasten durch eine praxis- und handlungsbezogene Berufsorientierung, außerhalb der Schule, für die berufliche Aus- und Weiterbildung zu motivieren und als Alternative zum Studium kennenzulernen.

Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass an Hochschulen und Universitäten in zahlreichen Studiengängen mehr als 30 Prozent der Studienanfänger in den ersten beiden Semestern aufgeben. „Das wird häufig als persönliche Niederlage empfunden“, sagt Martina Furtwängler, Fachbereichsleiterin Qualifizierung und Ausbildung bei der IHK. Ihr Ziel deshalb: Die Berufsorientierung auf ein neues Niveau zu heben. „Das geht nur durch das Angebot einer frühzeitigen, praxisbezogenen und systematischen Berufsorientierung in den Firmen der Region“, ist sie sich sicher.

ProBerufGym wird in enger Abstimmung mit den Gymnasien und dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg, welches das Projekt finanziell fördert, umgesetzt. In diesem Projekt werden gewerblich-technische, kaufmännische, medientechnische und IT- Berufe erkundet. Jedoch geben die eingesetzten Eignungstests zur Berufsorientierung auch Hinweise zur Erkundung der Berufe im Sozial- und Gesundheitswesen.

Jede erfolgreiche Berufsorientierung muss subjektbezogen an den individuellen Kompetenzen, Interessen und Potenzialen der Jugendlichen anknüpfen, lautet die Herangehensweise. Die Ergebnisse, die durch das Profiling ermittelt werden, sind deshalb mit den Auswertungen und Ergebnissen der Projekttage der Berufsorientierung verknüpft. „Ergänzt wird das Profiling durch ein Auswertungsgespräch im Beisein der Eltern. Dabei werden bereits konkrete berufliche Optionen aufgezeigt“, erläutert Projektleiterin Martina Furtwängler.

In den Klassenstufen 9 der Gymnasien werden jeweils einwöchige, praxisorientierte Phasen in den IHK-Unternehmen und bei Bedarf bei Partnern angeboten. Ausgehend und aufbauend auf das individuelle Profiling sammeln die Jugendlichen eine Woche lang praktische Erfahrungen in mindestens drei Berufsfeldern. Die Schüler erproben praktische Tätigkeiten der verschiedenen Berufe in der Praxis und testen ihre Neigungen, Stärken und Eignung. „Diese Erfahrungen, verbunden mit Erkenntnissen und dem Abgleich mit dem Profiling bieten den Heranwachsenden eine gute Entscheidungshilfe für die weitere Berufs- und Praktikumswahl in Unternehmen und den Schulen praktische Anhaltspunkte zur weiteren Gestaltung der Berufsorientierung“, so Furtwängler. In der Stufe zehn wird aufgrund der in den Stufen neun konkretisierten Vorstellung die Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz oder Studienplatz erarbeitet.

„Durch die Wirtschaftsnähe der IHK und den Projektpartnern wird die reale Arbeitswelt abgebildet und kennen gelernt“, hier verspricht sich Martina Furtwängler einen Erkenntnisgewinn gewissermaßen in Echtzeit. Für IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez ist das Projekt deshalb so wertvoll, weil es neben der individuellen Hilfe für jeden einzelnen Jugendlichen auch volkswirtschaftlich viel Nutzen bringt: „Mittel für die Bildung können wesentlich effizienter eingesetzt werden, je sicherer sich die Heranwachsenden bei der Berufswahl sind“.