Kohleausstieg

Schneller Kohleausstieg könnte höhere Strompreise bringen

Laut einer Analyse des ICIS ist bei einem schnellen Abbau von Kohlekapazitäten mit höheren Strompreisen zu rechnen. Bei einem schnellen Abbau könnte der Strompreis im Jahr 2030 um 11,- EUR/MWh bzw. höher liegen als bei einem langsamen Ausstieg. Der Strompreis wäre damit 25 Prozent höher. Die angesprochene Analyse war keine Auftragsarbeit.
Anhand von vier möglichen Kohlereduktionspfaden wurde die Entwicklung der Kapazitäten und des deutschen Strompreises analysiert. Um einen Ausstiegspfad für die Kohle zu simulieren wurden seitens des ICIS Betriebsdauersätze für Kraftwerke festgelegt. Auch wurde die Herausnahme von Kraftwerken bis 2020 angenommen. Nach 2023 werden nach dieser Analyse die CO2-Preise wieder fallen.
  • Moderater Ausstieg: Bis 2030 sinkt die Braunkohlenkapazität auf 9,3 GW (2018: 20,0 GW) und die Steinkohlenkapazität auf 10,0 GW (2018: 22,7 GW).
  • Langsamer Ausstieg: Bis 2030 sinkt die Braunkohlenkapazität lediglich auf 14,1 GW und die Steinkohlenkapazität auf 17,9 GW.
  • Schneller Ausstieg: Bis 2030 sinkt die Braunkohlenkapazität auf 5,6 GW und die Steinkohlenkapazität auf 7,8 GW.
  • Braunkohlespezifischer Ausstieg: Bis 2030 gehen alle Braunkohlekraftwerke vom Netz. Die Steinkohlenkapazität liegt bei 17,9 GW.
Je nach Szenario ergeben sich laut Studie unterschiedliche Preisszenarios. Aufgrund der Ausgangsthese, des gestiegenen CO2-Preises von 2018 bis 2023, ist in den ersten Jahren bei allen vier Szenarien mit einem ähnlichen Preisanstieg zu rechnen. Die zunehmende Reduzierung der Kohlekapazitäten in den schnellen Braunkohleausstiegsszenarien wird dann zu höheren Strompreisen führen. Dies erklärt auch die zunehmende Differenz zwischen den vier Szenarien.

SpotPreis (EUR/MWh):
Moderater Ausstieg
Langsamer Ausstieg
Schneller Ausstieg
Spezifischer Ausstieg
2023
58,1
57,3
60,5
59,7
2030
49,7
43,5
ca. 54,0
50,8
Im Falle der beiden letzten Szenarien könnten bei hoher Nachfrage und geringer regenerativer Erzeugung Versorgungsengpässe entstehen. Dies kann zu Preisspitzen führen, welche im Laufe der Zeit mit der Reduzierung von Braun- und Steinkohle noch zunehmen werden.