IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg

Kohlekraftwerke in Sicherheitsbereitschaft noch ohne Einsatz

Die in der Sicherheitsbereitschaft nach § 13 EnWG befindlichen Braunkohlekraftwerke wurden bislang noch nie angefordert. Das hat die Bundesregierung in Beantwortung einer Kleinen Anfrage von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN mitgeteilt.
Die Sicherheitsbereitschaft dient neben der ab nächsten Winter vorzuhaltenden Kapazitätsreserve (§ 13e EnWG) dazu, eine möglicherweise entstehende Lücke zwischen Nachfrage und Erzeugung zu schließen. Zudem erfolgt über diesen Mechanismus eine sukzessive Stilllegung von Braunkohlekraftwerken mit einer Kapazität von 2,7 GW. Bei einer Anforderung müssen die Anlagen innerhalb von 10 Tagen betriebsbereit sein.
Folgende acht Kraftwerksblöcke sind bzw. werden in die Sicherheitsbereitschaft überführt und nach vier Jahren in der Reserve endgültig stillgelegt.
  • Buschhausen: seit 1. Oktober 2016
  • Frimmersdorf: seit 1. Oktober 2017 (zwei Blöcke)
  • Niederaußem: ab 1. Oktober 2018 (zwei Blöcke)
  • Jänschwalde: ab 1. Oktober 2018 und 2019 (zwei Blöcke)
  • Neurath: ab 1. Oktober 2019
Die von den Übertragungsnetzbetreibern anvisierten Kosten betrugen 2017 85 Mio. Euro und werden für 2018 auf 149 Mio. geschätzt. Bislang sind die Anlagen noch jedoch noch nie von den Übertragungsnetzbetreibern angefordert worden. Die Bundesregierung sieht außerdem keinen Anlass anzunehmen, dass die Betreiber die Anlagen nicht innerhalb der geforderten zehn Tage betriebsbereit setzen können, und verweist dazu auf die Zusicherung der Kraftwerksbetreiber.
Die Notwendigkeit, Kraftwerke in der Sicherheitsbereitschaft anzufordern, ist derzeit angesichts der aktuell noch bestehenden Überkapazitäten bei der Stromerzeugung sehr unwahrscheinlich.