Energiewende

IHK-Energiewendebarometer 2018 veröffentlicht

Die Energiewende ist ein komplexes Projekt mit Einfluss auf den Wirtschaftsstandort Deutschland. Daher hat es sich die IHK-Organisation zur Aufgabe gemacht, jedes Jahr die Erfahrungen und Einschätzungen in den deutschen Unternehmen  unterschied-lichster Größen und Branchen zur Energiewende abzufragen. Das Ergebnis wird in einem jährlichen Barometerwert zwischen plus 100 und minus 100 dargestellt. An der Onlinebefragung im Juni 2018 haben sich deutschlandweit 2.167 Unternehmen aus Industrie, Handel, Dienstleistungssektor und Bauwirtschaft zu den wichtigsten energiepolitischen Forderungen geäußert. Mit dabei war das unternehmerische Ehrenamt  der IHK sowie weitere Mitgliedsunternehmen.
Zentrale Ergebnisse
Die Unzufriedenheit über den Status quo der Energiewende und die Unsicherheit über ihre Entwicklung spiegeln sich auch in den Ergebnissen des Energiewendebarometers 2018 wider.
  • Mehr Risiko als Chance: Die Unternehmen bewerten die Auswirkungen der Energiewende auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit wieder kritischer. Der Barometerwert rutscht erneut unter Null auf -2,4. Noch kritischer ist die Industrie in Baden-Württemberg mit einem Wert von -10,9. In den Jahren 2016 und 2017 überwog mit einem positiven Barometerwert noch die Zuversicht.
  • Kostenrisiko Energie- und Strompreise: Für nahezu jeden zweiten Betrieb sind Öl, Gas und Strom in den letzten Monaten spürbar teurer geworden. Stromversorgung im Auge behalten Bei der Stromversorgung hatte in den letzten 12 Monaten zwischenzeitlich jedes vierte antwortende Unternehmen mit Stromausfällen zu kämpfen. Dass dabei die Produktion beeinträchtigt wurde, sagen 14 Prozent der Unternehmen in Baden-Württemberg.
  • Trend zur Eigenversorgung: Trotz ungünstiger Rahmenbedingungen ist für jedes zweite der Unternehmen im Land der Aufbau eigener Energieversorgungskapazitäten eine bereits realisierte, laufende oder geplante Maßnahme. Erneuerbare Energien werden gegenüber konventionellen bevorzugt.
  • Risiko Produktionsverlagerung: Etwa 20 Prozent der antwortenden Industrieunternehmen habe ihre Produktion in Deutschland, auch aufgrund der Energiewende, bereits eingeschränkt.
  • E-Mobilität im Kommen: Jedes fünfte Unternehmen in Baden-Württemberg verfügt bereits über mindestens ein Elektrofahrzeug, ein weiteres knappes Drittel plant den Einstieg in die E-Mobilität. 
  • Dauerbrenner Energieeffizienz: Für drei von vier Unternehmen ist die Investition in effiziente Technik die am häufigsten ergriffene Maßnahme. In Baden-Württemberg ist die Industrie die Branche mit dem stärksten Engagement. Fast alle Industrieunternehmen sind hier aktiv.