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IHK-NewKammerAbend: »Man sollte aus Liebe gründen«

Mut machen, Gründer animieren und einen Austausch anregen: Das waren die Ziele des IHK-NewKammerAbends in der Neuen Tonhalle in Villingen-Schwenningen. Ein prominenter Gründer konnte dabei für die passenden Impulse sorgen.
Es ist einer der bedeutendsten Sätze, die Max Wittrock an diesem Abend sagt und den die rund 350 Gäste nach einem nicht nur informativen, sondern zugleich unterhaltsamen Abend sicherlich mit nach Hause nehmen werden: „
Man sollte aus Liebe gründen.“ Genau dieser Umstand hat dafür gesorgt, dass der gebürtige Münchner gemeinsam mit zwei Freunden aus einem Start-Up mit 3500 Euro Startkapital ein Vorzeige-Unternehmen mit rund 650 Mitarbeitern gemacht hat. Die Rede ist von „mymuesli“. Die Idee dahinter: Das Müsli selber zusammenstellen und über das Internet kaufen.
Durchhaltevermögen ist das A und O
Die Liebe zum Müsli und zu der Idee waren der Grundstein für den Erfolg des mittelständischen Unternehmens – und das, obwohl bei der zuvor eigens durchgeführten Umfrage kein einziger der Befragten sich vorstellen konnte, über das Internet Müsli zu bestellen. Doch die drei Freunde zogen die Sache durch und haben Erfolg. „Unternehmertum hat viel mit blauen Flecken zu tun“, weiß Wittrock bei seinem mit Witz und Charme gegarnten Impulsvortrag von Rückschlägen zu berichten. Das habe die Jungunternehmer aber nicht davon abgehalten, ihren Weg zu gehen. Sie zeigen: Durchhaltevermögen ist das A und O beim Gründen. Und: „Es ist sauwichtig, Fehler zu machen – und daraus zu lernen.“
Das weiß auch IHK-Vizepräsident Achim Scheerer, der in seiner Eröffnungsrede ebenfalls von seinen Anfängen als Gründer berichtete – wenn auch in der Rolle als Nachfolger des Familienunternehmens. Mut habe er damals gebraucht erinnert sich Scheerer zurück. Denn die Spedition seines Vaters war stark überschuldet und stand kurz vor der Insolvenz. Dennoch habe er es geschafft, das Unternehmen zu retten und 130 Arbeitsplätze in der Region zu schaffen. Genau jener Mut, aber auch eine Vision und der Glaube an den Erfolg sorge dafür, dass die Region zu den innovativsten in ganz Europa zählt. Mit Weltmarktführern und einem prächtigen Mittelstand.
Doch damit dies auch so bleibt, möchte die IHK den Gründergeist in der Region am Leben halten, ihm neue Impulse geben. Scheerer: „Wir müssen an der Gründungskultur arbeiten.“ Vom mymuesli-Gründer gab’s dazu auch gleich weitere Tipps: Es sollten auch wieder „bizarre Ideen“ ernstgenommen werden. „Ein Kollege von mir spricht immer von der deutschen Analyse Paralyse – alles wird genau untersucht und macht die Sache kompliziert“, so Wittrock. Dabei sei das Erfolgsrezept in diesem Zusammenhang: einfach mal probieren.

Mutig sein – Mindset beibehalten
Bei der anschließenden Podiumsdiskussion, sachkundig geleitet von Moderatorin Katrin-Cécile Ziegler, gab es von Wittrock und Scheerer gemeinsam mit Mike Wutta (Geschäftsführer der trend factory marketing & veranstaltungs GmbH) und Patrick Schmid (Gründer der NEEERDs GmbH, einem Startup aus der Region, welches sich mit dem Thema App-Entwicklung beschäftigt) weitere Impulse für die zahlreichen Existenzgründer, Jungunternehmer und Gründungsinteressierten. F
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ür Wutta ist es beispielsweise auch Jahre nach der Gründung noch wichtig, „den Gründergeist beizubehalten“ – also: immer mutig sein und seine Mindset beibehalten. Nur so schaffe man es, den Traum zu leben. Und wer bislang der Meinung war, dass vor allem Großstädte ideale Orte für Startups sind, dem zog mymuesli-Gründer Max Wittrock den Zahn: „Außerhalb der Hotspots zu gründen hat Vorteile. Denn die Unterstützung in kleineren Städten ist sicherlich größer.“
Genau hier setzt auch die IHK an, die sich laut ihrem Vizepräsidenten Scheerer auf die Fahnen geschrieben hat, Existenzgründer zu unterstützen, um die Potenziale der Region zu nutzen. Dafür wurde kürzlich ein Gründernetzwerk ins Leben gerufen, das kontinuierlich aufgebaut wird.  Und damit die Gäste zugleich an der Gründerkultur arbeiten konnten, lud die IHK anschließend zum „Get together“ ein, bei dem vielleicht sogar über die ein oder andere Geschäftsidee philosophiert wurde

Die nächste Veranstaltung für Gründer, Gründungsinteressierte und Unternehmer folgt bereits. Am 23. Mai 2020 begrüßen wir Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zu den “Gespräche zur Zukunft: Gründungskultur und Unternehmertum im Mittelstand”. Tauschen Sie sich mit dem Minister und Kolleginnen und Kollegen aus der Region aus und gewinnen Sie neue Impulse für Ihr Unternehmen. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung unter www.veranstaltungen-ihk-sbh.de/altmaier