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Aktuelles
18.07.12: Licht am Ende des Tunnels: IHK-Verkehrsausschuss besichtigt Gotthard-Basistunnel

Klarer Vorteil für die regionale exportorientierte Wirtschaft: Der IHK-Verkehrsausschuss im Gotthard-Basistunnel
Licht am Ende des Tunnels! Das gilt für den gerade im Werden begriffenen Gotthard-Basistunnel im doppelten Sinne. 2016 soll das Jahrhundertbauwerk für den Schienenverkehr freigegeben werden und dabei ganz neue Maßstäbe setzen. Dass dem so ist, davon konnten sich die Mitglieder des Verkehrsausschusses der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg schon jetzt überzeugen: im Rahmen einer exklusiven Tunnelführung – mit Schutzkleidung, Helm, Stirnlampe und reichlich Tunnelluft.
Dr. Gerhard Lehmann, Vorsitzender des IHK-Verkehrsausschusses, ist vom wirtschaftlichen Erfolg des mit 57 Kilometern längsten Eisenbahntunnels der Welt überzeugt: „Der Gotthard-Basistunnel bringt für die Wirtschaft – gerade hier im Südwesten – völlig neue Möglichkeiten, Güter auf der Schiene von Nord nach Süd über beziehungsweise durch die Alpen zu bringen. Ich verbinde damit einen klaren Vorteil für unsere exportorientierte Wirtschaft, der auch genutzt werden wird. Nicht zuletzt, weil der Transport von Gütern auf der Schiene aus ökologischen und Sicherheitsgründen immer stärker nachgefragt wird, Tendenz steigend. Ich schätze, dass sich die jährliche Transportkapazität auf der Nord-Süd-Achse von 20 auf 50 Millionen Tonnen erhöhen wird.“
Gleichwohl gelte es die Nachteile für die Transportwirtschaft auf der Straße in Grenzen zu halten, worauf Verkehrsausschuss- und IHK-Vollversammlungsmitglied Carsten Brunner hinweist: „Nach der Fertigstellung des Gotthard-Basistunnels soll der Straßengüterverkehrs durch die Schweiz auf 650.000 Lkw pro Jahr beschränkt werden, um eine stärkere Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene zusätzlich zu stimulieren. Dies wird den auf der Straße verladenden Transportunternehmen das durch Fahrermangel sowie Lenk- und Ruhezeiten bereits jetzt sehr harte Leben natürlich weiter erschweren.“
Für Dr. Lehmann wie Brunner ist die deutsche Politik in jedem Fall in der Pflicht, die schon lange geforderten Zulaufstrecken über das Rheintal und die Gäubahn schnell auszubauen. „Nur so kann das bis 2025 prognostizierte Wachstum von 97 Prozent im kombinierten Verkehr zwischen Straße und Schiene auf der zukünftigen Infrastruktur abgefahren werden“, sind sich die Logistikexperten einig.
Mit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnel in 2016 als Teil des Großprojekts NEAT (Neue Eisenbahn Alpentransversale) wird der Schienengüterverkehr über die erste Flachbahn durch die Alpen neu geregelt. Die Güter können zukünftig effizient und umweltfreundlich auf der Schiene über die schnelle und leistungsfähige Nord-Süd-Bahnverbindung bis nach Norditalien gelangen. Durch den Wegfall der Höhenunterschiede können zukünftig bis zu 260 Güterzüge täglich die neue Strecke passieren. Für den Personenverkehr verkürzt sich die Reisezeit zwischen Zürich und Mailand auf weniger als drei Stunden.


