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Rohstoffstrategie nicht verwässern! IHKs fordern offene Weltmärkte

Zugang zu den internationalen Märkten, Erleichterung des Rohstoffabbaus in der EU und effiziente Rohstoffnutzung: Das sind die aus Sicht der IHK-Organisation richtigen Ansatzpunkte der EU-Rohstoffstrategie.

Der zentrale Dreiklang der EU-Rohstoffstrategie ist richtig. Jetzt gilt: Auf die Umsetzung kommt es an. Die Maßnahmen müssen sich daran messen lassen, ob und wie sie einer Rohstoffklemme in Europa entgegenwirken können. Oberste Priorität sollten Verhandlungen zu Rohstoffabkommen haben, die den freien Zugang zu Märkten sichern. In einer wachsenden Welt mit großer industrieller Dynamik führt an der Erschließung neuer Lagerstätten kein Weg vorbei.

Deshalb ist auch die vorgeschlagene Förderung des Rohstoffabbaus innerhalb der EU ein zweiter wichtiger Schritt. Dies wird nur gelingen, wenn gesetzliche Rahmenbedingungen für die Flächennutzung, wie zum Beispiel Genehmigungsverfahren, entsprechend angepasst werden. Dabei ist besonders wichtig, aktiv die Akzeptanz in der Bevölkerung zu gewinnen.

Die als dritte Maßnahme vorgeschlagene effizientere Nutzung und Wiederverwertung von Rohstoffen ist aufgrund der hohen Rohstoffpreise ohnehin schon betriebliche Praxis. Gerade die deutsche Industrie produziert im internationalen Vergleich besonders ressourceneffizient: Sie konnte die Energieproduktivität seit 1990 um rund 41 Prozent steigern. Der Materialeinsatz ist um elf Prozent zurückgegangen – bei einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 24 Prozent. Aktuell überprüfen fast drei Viertel der deutschen Industrieunternehmen ihr Ressourcenmanagement, vor allem suchen sie neue Lieferanten sowie Substitute für ihre Rohstoffe.

Daher sind gesetzliche Regelungen für eine stärkere Rohstoffeffizienz nicht erforderlich. Denn aller Erfahrung nach gilt: Bürokratische Eingriffe in die komplexen Zusammenhänge von Effizienz in Produktion, Produkten und Märkten haben Folgen, die in keinem Verhältnis zum angestrebten Nutzen stehen. Stattdessen sollte auch die EU auf diesem Gebiet mehr Forschung und Entwicklung betreiben.