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Aktuelle IHK-Positionen
30.08.2012: Hohe Zahl der Ungelernten nicht der Wirtschaft in die Schuhe schieben - Viele Unternehmen stellen auch Leistungsschwächere ein
Dass knapp 1,5 Millionen junge Erwachsene zwischen 20 und 29 Jahren keinen Berufsabschluss haben, kann nach Einschätzung der IHK-Organisation nicht „der Wirtschaft in die Schuhe geschoben werden".
Mehr als 50.000 Jugendliche verließen Jahr für Jahr die allgemeinbildenden Schulen ohne Abschluss, so die IHK-Organisation der Süddeutschen Zeitung. Darüber hinaus könnten rund 20 Prozent der fünfzehnjährigen Schüler nur unzureichend lesen, schreiben und rechnen.
Das kann die Wirtschaft nicht reparieren", so die IHKs. Trotz häufig mangelnder Ausbildungsreife von Bewerbern machten viele Unternehmen angesichts der demografischen Entwicklung aber inzwischen Kompromisse und stellten auch leistungsschwächere Jugendliche ein.
Die Lehrstellensituation sei so gut wie lange nicht, . Die positive Entwicklung lasse sich auch durch die abnehmende Zahl der jungen Menschen im Übergangsbereich zwischen Schule und Beruf belegen. „2005 lag sie noch bei über 400.000, 2011 erstmals unter 300.000. Und hier ist sicher noch etwas mehr Luft dafür, dass Jugendliche direkt in eine zweijährige Ausbildung oder eine betriebliche Einstiegsqualifizierung anstatt in eine staatliche Maßnahme gehen."
Unter den 1,5 Millionen ungelernten jungen Erwachsenen befänden sich im Übrigen auch junge Menschen, die ohne Abschluss in Lohn und Brot seien. Sie sollten in möglichst vielen Fällen einen Abschluss nachholen oder zumindest eine arbeitsmarkttaugliche Qualifizierung erhalten. „Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der viele Akteure einen Beitrag leisten müssen."
24.08.2012: IHK-Organisation: „Unternehmen sind vorsichtiger geworden"
Angesichts der fortdauernden Euroschuldenkrise hat die IHK-Organisation seine Prognose für den Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im laufenden Jahr von 1,3 auf rund 1 Prozent herabgesetzt.
„Die Unternehmen brauchen das Signal, dass es die Politik mit dem Sparen ernst meint", betonte Chefvolkswirt Alexander Schumann vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) gegenüber der Tageszeitung „Die Welt". "Ansonsten macht sich Unsicherheit breit und das wäre Gift für die Konjunktur." Die Unternehmen seien vorsichtiger geworden. Das zeige sich bereits in einer sinkenden Investitionsneigung, so Schumann.
Trotz der derzeitigen Lage im Euro-Raum wächst die deutsche Wirtschaft: Nach dem überraschenden Plus im ersten Quartal von 0,5 Prozent fällt die Dynamik im zweiten Quartal mit 0,3 Prozent ebenfalls gut aus. Die deutsche Wirtschaft erweise sich somit im bisherigen Verlauf der Euroschuldenkrise als robust, allerdings nicht als immun.
Demnach gingen in der ersten Jahreshälfte vor allem vom privaten Konsum positive Signale aus, hier gaben die gute Lage am Arbeitsmarkt und derzeit stabile Verbraucherpreise Auftrieb. Den Exporteuren wiederum erleichterte der Euro-Wechselkurs die Geschäfte, insbesondere nach Übersee und in die asiatischen Schwellenländer.
Die anhaltenden Negativschlagzeilen aus den Euro-Krisenländern wirkten sich allerdings auf die Investitionsneigung der Unternehmen aus – und überlagern damit die günstigen Finanzierungs- und Standortbedingungen.
07.05.2012: Wirtschaftspolitische Positionen der IHK-Organisation 2012"Mehr Wettbewerbsfähigkeit, weniger Schulden": Lösungskonzepte und Anregungen zu zahlreichen Politikfeldern
Mit den schuldenfinanzierten Politik-Kompromissen, die die Staatsfinanzen in Europa und den USA in die Krise geführt haben, muss nach Überzeugung von Hans Heinrich Driftmann nun Schluss sein. "Wir brauchen jetzt Reformen für mehr Wettbewerbsfähigkeit und weniger Schulden in Europa", fordert der DIHK-Präsident. Ein stabiler Euro liege im Interesse der Bürger und Bürgerinnen und stärke zudem Europa nach innen und außen. In Politik, Gesellschaft und ausdrücklich auch in der Wirtschaft sei ein Mentalitätswechsel erforderlich, mahnt Driftmann. Ansatzpunkte hierfür bietet die IHK-Organisation mit ihren aktuellen "Wirtschaftspolischen Positionen". DIHK Pfeil Blau ListeDie Lösungskonzepte und Anregungen zu zahlreichen Politikfeldern, die in dem Papier zusammengefasst sind, basieren auf einer mehrmonatigen Konsultation mit den 80 Industrie- und Handelskammern und deren Mitgliedsunternehmen. Eine Zusammenfassung steht hier zum Download bereit.
19.04.2012: Deutsche Wirtschaft bleibt Europas Motor: Die IHK-Organisation zum heute vorgestellten Frühjahrsgutachten
„Im ersten Quartal 2012 hat die deutsche Wirtschaft wieder einen Schritt nach vorne gemacht. Auch wenn das Plus im Winterquartal nur knapp über der Nulllinie liegt, bleiben wir auf Wachstumskurs. Die Eurozone hingegen braucht noch etwas länger, um wieder im grünen Bereich zu landen. Erste Erfolge der Reformpolitik zeigen sich in der Exportentwicklung vieler Länder. Die Lösung der Schuldenkrise in Europa steht und fällt aber mit der glaubwürdigen Umsetzung der Schuldenbremsen vor Ort. Diesen Schuh muss sich auch Deutschland anziehen. Denn zur Sanierung trägt hierzulande bislang nicht Sparsamkeit, sondern die robuste Konjunktur bei. Eine sparsamere Ausgabenpolitik des Staates ist nicht nur Grundlage für tragfähige Haushalte, sondern schafft auch Betätigungsspielräume für unternehmerisches Handeln, ohne die Wachstum undenkbar ist."
12.04.2012: Gründerreport 2012 der IHK-Organisation: Guter Arbeitsmarkt dämpft Gründungsinteresse
Wie viele M
enschen den Sprung in die Selbstständigkeit wagen, hängt in Deutschland nach wie vor maßgeblich von der Beschäftigungssituation ab. Zu diesem Ergebnis kommt die IHK-Organisation im aktuellen Gründerreport. Das Gründungsinteresse in Deutschland nähert sich einem Tiefstand. Im laufenden Jahr dürfte es weniger als 400.000 neue Unternehmen geben – so wenige wie nie seit der Wiedervereinigung. Dass die Zahl der Menschen sinkt, die ihr eigener Chef sein möchten, ist nach Einschätzung der IHKs vor allem auf die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt zurückzuführen. [mehr]
28.03.2012: Zum vom Kabinett heute beschlossenen „Arbeitsprogramm bessere Rechtsetzung“: Bürokratieabbau konsequent fortsetzen! Betriebe im Alltag spürbar entlasten!
Die Bundesregierung will die Betriebe weiter von Bürokratie entlasten. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, denn nach wie vor sind Unternehmen in ihrem Alltag vielfach bürokratisch belastet - bei der Betriebsgründung, der Besteuerung, der Beschäftigung von Mitarbeiten oder bei der Ein- und Ausfuhr von Waren.
Beschränkte sich der Bürokratieabbau bislang weitgehend auf das enge Feld der Informationspflichten, soll nun der deutlich größere Erfüllungsaufwand der Betriebe durch Vereinfachungen reduziert werden. Die Chance, den Bürokratieabbau auch beim Umwelt- und Klimaschutz voranzutreiben, lässt die Bundesregierung hingegen ungenutzt. Dabei wäre es gerade im Zuge der Energiewende wichtig, dass Klimaschutz so einfach wie möglich erreicht werden kann.
Im vergangenen Dezember hatte das Kabinett bereits ein Maßnahmenpaket zum Bürokratieabbau mit einem Entlastungsvolumen von 1,6 Mrd. Euro beschlossen. Allein durch die Verkürzung der Aufbewahrungsfristen von zehn auf fünf Jahre könnten die Archive der Unternehmen um Berge von Papier befreit und die Betriebe bis zu 800 Mio. Euro jährlich entlastet werden. Bundestag und Bundesrat müssen allerdings noch zustimmen, damit die Entlastungen auch bei den Unternehmen ankommen.



Christian Beck